Eine Welt voll von Gefühl, Chaos, Herz & Verstand

Ever tried. Ever failed. No matter. Try Again. Fail again. Fail better (Samuel Beckett)

Dienstag, 23. März 2010

Psycho - Trauma

Ich habe es im Übrigen überlebt. Ich muss nicht in die mündliche Prüfung vor diesen schrecklichen Menschen. Ich muss nicht noch ein Jahr an mein Studium ranhängen.
Es ist "nur" eine 3,7 - aber ich habe diese traumatische Psychologieklausur bestanden *yehaw

Freitag, 19. März 2010

http://www.youtube.com/watch?v=OS13ZiwPSR8

... und Tausen Tränen, ich liebe sie <3


Danke Roger, für die Erinnerung :o)

Donnerstag, 18. März 2010

Willkommensgruß oder "Lass uns über´s Wetter reden"

Gestern morgen fegte es mich auf dem Weg vom Bahnhof noch fast von der Weserbrücke und ich verfluchte laut grummelnd meine Entscheidung, aufgrund des hohen, dicken Pulloverkragens den Schal wegzulassen *bibber.
Abends trat ich aus der Praxis und mein erster Gedanke war: "Hey Lenz, alter, fast vergessener Freund, da bist Du ja endlich wieder!" Warme Luftströme (ja, alles über 10° C ist WARM!), zeitweises "Ich möchte die Jacke ausziehen - Bedürfnis" und auf dem Fußmarsch zum Bhf. ein Vogelschwarm über den Köpfen. Rückkehrer. Endlich :o) Schon morgens um 6h hatte ein einsamer Kämpfer tapfer in die Dunkelheit des beginnenden Morgens gezwitschert und mich kribbelig und hoffnungsvoll werden lassen!

Die morgendliche Kleiderfrage wird wieder viel schwieriger, weil so viel mehr zu Auswahl steht. Aber auch so viel schöner. Endlich wieder was zeigen, endlich was ausführen. Endlich ohne die 10 Zwiebelschichten!
In diesem Sinne, ich bin dann mal Richtung Schrank verschwunden, falls mich wer sucht. Mal sehen, was heute ausgeführt wird. Praxis- und kindertauglich natürlich. Ein letztes Mal.


In diesem Sinne: "Der Lenz ist da"

Dienstag, 16. März 2010

Was würde GLAMOUR.DE tragen?

Hab ich gerade gefunden. Bin ja immer noch kein Fan vom Marine-Look, aber einige süße Details sind dabei :o)
http://www.glamour.de/articles/mode/modetrend/redaktion/2010/03/15/19913

Aber diese Tasche von Oasis ist toll!! Also, ich hab in ein paar Tagen Geburtstag, wenn wem noch ein Geschenk fehlt ...

Samstag, 13. März 2010

Wie der Käse sich langsam in mein Leben schlich ...

Hier mein Statement: Ich mag keinen Käse. Ja, solche Menschen gibt es, die keinen Käse mögen. Ich lege mir keine Käsescheiben aufs Brot und die Vorstellung, mir Käsewürfel auf Zahnstochern in den Mund zu stecken, schüttelt mich.

Allerdings esse ich gerne mit Käse überbackene Dinge, solang keine übermäßig große Portion drauf ist. Und ich esse Mozarella, aber das ist ja eh kein richtiger Käse.

Nun muss ich mit fast 28 Jahren feststellen, dass sich dieses Produkt aus geronnener, eigentlich ja schlechter Milch langsam und hinterrücks in mein Leben schleicht. Und wer ist "Schuld" daran? Der Lieblingsmensch natürlich. Er schafft es, dass ich irgendwie alles probiere. So esse ich mittlerweile Grünkohl und einiges mehr, was ich vorher nicht angerührt habe. Meinen Ekel vor Pilzen wird er nie vertreiben können, denke ich, aber er hat es nunmal geschafft, dass ich Käse esse.
Es begann mit Parmesan, den er mir mittels Parma-Ruccola-Pizza näher brachte und der heute auf der Nudelsauce ebenso zu finden ist, wie auch im Salat und mittlerweile sogar mit dem Knochenschinken auf dem Brot. Auf dem Brot! Hallo? Das ist doch quasi Käse pur!
Und vor wenigen Wochen kochten der Lieblingsmensch und Nachbar und Freund Timo, seines Zeichen gelernter Koch und Inhaber eines Catering-Services, drüben zusammen. Und was wurde mir serviert? Ziegenkäse. Ist doch genauso wie Feta, schmeckt viel zu sehr nach Käse, viel zu stark, viel zu herb! Pur war und ist er das auch - immer noch. Aber ich bekam ihn mit Honig überbacken und mit Himbeeren garniert. Und es war der Wahnsinn!

Wer weiß, ob ich später nicht einmal "normalen" Käse esse. Ich weiß es nicht, ist auch egal.
Aber ich bin viel offener geworden, probiere zumindest alles.
Und esse den und jenen Käse ;o)

Freitag, 12. März 2010

Meine Damen

Freitag ist mein Kurstag, d.h. ich leite meinen 3 stündigen Kurs als Angestellte der VHS Hannover. Freitags fahre ich morgens in den Roderbruch, ein Randstadtteil Hannovers, in dem viele ausländische Bürger wohnen. Dort im Kulturtreff unterrichte ich eine Handvoll Damen in Deutsch. Mein Kurs ist kein Integrationskurs, den die Frauen besuchen müssen, er ist eine zusätzliche Ergänzung und wird daher freiwillig besucht. Oder eben auch nicht. Laut Anmeldung im Herbst letzten Jahres habe ich etwa 18 Frauen in diesem Kurs sitzen, wirklich da sind im Durchschnitt 5 - 8. Aber das ist egal, denn das sind meine Frauen! Das ist mein harter Kern, diese Frauen sind so gut wie immer da. Ewa hat sogar noch NIE in all diesen Monaten gefehlt!
Heute führten die Praktikantin und ich meinen und den Parallelkurs zusammen, da meine Kollegin Esra nicht da war. Ich freue mich immer darüber (natürlich nicht über die Abwesenheit der Lieblingskollegin!), denn auch in Esras Kurs hat sich ein fester Kern von Frauen herauskristallisiert, die toll sind und sich mit meinen Frauen gut verstehen, da sie z. T. befreundet oder Nachbarn sind oder sich aus dem gemeinsamen Integrationskurs kennen.
Da ich derzeit stark erkältet bin und -für mich ganz untypisch und völlig ungewohnt- Husten und sogar beim Schlucken Halsschmerzen habe, hielt ich mich am Rand und vornehmlich zurück und ließ Prakti Rieke den Großteil des Unterrichts machen.
Dabei hatte ich Gelegenheit, "meine" Frauen zu beobachten und mal aus einer anderen Perspektive zu erleben. Und dies bestätigte das gute Gefühl, das sich bei mir in den letzten Wochen entwickelt hatte :o)

Anfangs ging ich sehr unsicher an diesen Kurs heran. Ich bin Sprachtherapeutin und keine Lehrerin. Natürlich bin ich didaktisch, aber von Unterrichtsleitung weiß ich nunmal nicht soo viel. Und da ich in diesen Kurs einfach -wie ins kalte Wasser- reingestoßen wurde, musste ich mich auf meine Intuition verlassen! Das lief dementsprechend auch nicht ausnahmslos souverän ab. Meine Unterrichtsplanung passte so manches mal nicht wirklich, Gott sei Dank aber positiv für mich, weil ich nicht alles schaffte, was ich mir vornahm. Ich stand eigtl. nie mit leeren Händen und zu viel Zeit da. Als einige Damen dann ankamen und fragten, warum wir nicht das machen, was die anderen Frauen bei Esra machen und eine sogar wiederholt gerne wechseln wollte, machte mich das erst irgendwie fertig - ich war enttäuscht und unsicher. Aber dann nahm ich das nach Gesprächen mit Esra und Gedanken meinerseits doch leichter und ließ es derjenigen frei zu entscheiden. Und siehe da, sie ist noch immer bei mir und vor Weihnachten fragten mich "meine Damen", ob wir den Kurs von 2 auf 3 Std. verlängern könnten. Da schwollen meine Brust und mein Herz auf dreifache Größe an, das war doch ein Lob, oder? So schlecht konnten es ihnen bei mir nicht gefallen.

Ja und seit etwa 3 Wochen finde ich, dass mein Kurs echt bombig läuft *strahl
Das Verhältnis zu den Frauen ist wunderbar, sie achten mich wirklich, denke ich. Wir sind sehr herzlich miteinander, zur Begrüßung und zum Abschied gibt´s Geknuddel. Sie kommen mit Fragen und Problemen zu mir (Wohnungssuche, Schule etc.). Sie versorgen mich wie Mütter. Ewa bringt mir in jeder Pause einen Tee, Maison hat mir heute gleich zum Anfang der Stunde einen Tee gemacht, damit ich gesund werde. Sie bringen immer etwas zu essen mit für die Pause. Badriya möchte mich zur Verlobungsfeier ihrer Tochter einladen.
Plötzlich bringen sie Vorschläge ein bzw. fragen, ob man die und die Thematik durchnehmen könnte. Darum hatte ich von Anfang an gebeten, aber sie hatten es leider bisher nicht wahrgenommen. Jetzt sind sie mit ganz viel Eifer dabei und tragen viel mehr bei. Es wird auch wieder Freitage geben, wo wir recht viel mit Arbeitsblättern hantieren - das muss nunmal auch. Aber sie haben verstanden und verinnerlicht, dass ich auch mit ihnen kommunizieren will! Einfach reden, um sich in der deutschen Sprache zu üben / trainieren.

Ich mag diese Frauen mittlerweile so gern. Es sind ganz verschiedene Charaktere. Die Polin um die 40, die erst seit 3 Jahren in Deutschland ist und die die Grammatik besser kann, als ich. Aber das Sprechen fällt ihr schwer. Ihr Mann und ihre Kinder sprechen perfekt, aber helfen ihr nicht. Meine über 60jährige Afghanin, die eine so herzliche, weise und in sich ruhende Frau ist. Die schon viel erlebt und mitgemacht hat in ihrem Leben (Krieg, Flucht etc.) und die 3 Söhne ohne Mann groß gezogen hat. Meine Irakerin Anfang 30, deren Vater im Irak ein angesehener Politiker war und die so unglaublich wissbegierig und intelligent und sprachbegabt ist. Meine Syrerin, Ende 20, die zu Hause 2 Studiengänge abgeschlossen hat und jetzt alles dafür tut, hier studieren zu dürfen. Sie sind alle so toll und ich wünschte, ich hätte mehr Zeit, um ihre Kulturen und ihr Leben kennenzulernen. Ich bin immer wieder verwundert, dass Frauen aus verschiedenen Ländern (Kurdinnen, Syrerinnen, Afghaninnen, Irakerinnen, Perserinnen) eine Sprache finden, um der anderen zu erklären, wenn sie das deutsche Wort nicht versteht.


Die Mitarbeiterin des Kulturtreffs bedauerte heute, dass jetzt Osterferien sind und sie nicht wüsste, wie sie die 3 Wochen Kurspause ohne mich aushalten solle. Meine Chefin solle mal sehen, dass ich nicht abgeworben würde. Auch wenn meine Chefin leider nicht weiss, was sie an mir hat. Und auch wenn mir das keinen Job in meinem eigtentlichen Beruf verschafft: Gut tut solch ein Lob doch immer und es beließ mir heute -trotz der Halsschmerzen- ein stetiges Lächeln auf dem Lippen.

Ich weiß, was ich an meinem Roderbruchkurs habe :o)